artur fischer
Artur Fischer verklagt behinderte Tochter

 

 

 

 

 

Artur Fischer gründete 1948 die Firma Fischerwerke GmbH & Co. KG in Tumlingen - Waldachtal (Schwarzwald), auch bekannt durch den Fischer-Dübel und der Fischertechnik.

Prof. Artur Fischer und mein Bruder Klaus Fischer schickten mir 1998 eine Änderungskündigung. Die Kündigung sah vor, dass mein Lohn um die Hälfte gekürzt wird und ich mit der "Stechuhr" in die Firma Fischerwerke arbeiten musste.

Familienkrach beim Dübel-König 

Artur Fischer. Warum hat so ein kluger Mann Streit mit seiner Tochter? Quelle: Revue, Vanessa Blumhagen    

Artur Fischer Dübel, Erfinder, Fischerwerke
Erfinder Prof. Artur Fischer verklagt seine schwerbehinderte Tochter.

 

Mein Name ist Margot Fischer-Weber, seit meiner Geburt bin ich beidseitig hochgradig schwerhörig - eine Ausbildung habe ich von meinen Eltern Artur Fischer und Rita Fischer nicht bekommen.

Text: Revue, Vanessa Blumhagen  

 

Warum hat so ein kluger Mann wie Prof. Artur Fischer Streit mit seiner Tochter?
 

Artur Fischer ist ein ausgesprochen erfolgreicher Mann. Als Erfinder ebenso wie als Unternehmer der Fischerwerke. Mehr als 5.000 Patente schützen weltweit seine Produkte, mehr als 3.400 Menschen arbeiten in der Firma Fischerwerke, die seinen Namen tragen Fischerdübel etwa oder Fischertechnik und Fischerwerke. Und Millionen Heimwerker rund um den Globus schwören auf seine genialste Erfindung - den Dübel. Diese kleinen Kuststoffhülsen die jede Schraube fest in der Wand verankert. Wahrhaft genial!
 

Das alles hat Artur Fischer weltberühmt gemacht. Inzwischen ist er 86 Jahre und tüftelt noch immer an neuen Dingen. Bewundernswert! So weit die einmalige Erfolgsgeschichte des Schneidersohns aus dem schwarzwälder Waldachtal. Privat allerdings hat Artur Fischer wenig Fortune. In seiner Familie geht es hoch her. Da geht es um Geiz und Geld, um Erbe und schnöde Rache. Da sitzen Hass und Verbitterung so tief und fest wie eine Schraube im Dübel (Fischerdübel).
 

Im Mittelpunkt: Artur Fischer und seine Tochter Margot Fischer-Weber. Voller Zorn zieht sie seit geraumer Zeit öffentlich gegen die Familie Artur Fischer zu Felde. Auf einer eigenen Internetseite - fischerfratze - beschimpft und beschuldigt sie den Vater Artur Fischer und ihren zwei Jahre jüngeren Bruder Klaus Jörg Fischer, der seit Jahren die familieneigene Unternehmensgruppe Artur Fischer Fischerwerke führt. Margot Fischer fühlt sich von beiden gedemütigt und um Millionen betrogen.  

 

Fremde fragen sich, warum ein so kluger Mann wie Artur Fischer den Streit mit seiner Tochter nicht beenden kann. Warum er so unversöhnlich mit seiner Tochter umgeht. 

Ihre Sprache ist auch heute noch undeutlich, ein wenig kehlig. Zeichensprache hat sie nie gelernt. 

Die Behinderung von Margot Fischer-Weber wurde ihr Schicksal. 

 

Sie beendete weder die Hauptschule noch begann sie eine Lehre. Seit ihrem 15. Lebensjahr arbeitete Margot Fischer wenig beachtet im Betrieb des Vaters der Firma Artur Fischer, Fischertechnik. Mal in der Buchhaltung, mal in der Poststelle der Fischerwerke GmbH. Immer da, wo gerade Hilfe gebraucht wurde. "Das ich die Firma nicht übernehmen konnte, war mir klar. Aber ich wollte meinen Arbeitsplatz bis zur Rente behalten", erzählt Margot Fischer-Weber auf ihrer Homepage fischerfratze. 

1984, vor über zwei Jahrzehnten, ließ der Vater Artur Fischer seine Tochter einen für sie verhängnisvollen Vertrag unterschreiben. Damit wurde geregelt, dass Margot Fischer zu Gunsten von Jörg Klaus Fischer (Bruder) auf ihr Erbe und auch auf den Pflichtteil verzichten sollte. "Sie wusste nicht, was in dem Papier stand", sagt ihre Rechtsanwältin Jana Eiselt (Eiselt-Möckel) der Revue.

 

"Sie hat ihren Vater Prof. Artur Fischer vertraut". Der Vertrag war juristisch so abgefasst, dass er später nicht für sittenwidrig erklärt werden konnte. Margot Fischer Weber behauptet heute: "Nach dieser Unterschrift wandte sich meine Familie zunehmen von mir ab". Erst bekam sie eine Änderungskündigung: Ihr Gehalt wurde um die Hälfte gekürzt und ihre Arbeitszeit mit der Stechuhr erfasst. Dann wurde ihr mitgeteilt, dass sie ihren Firmenwagen von der Firma Artur Fischer Fischerwerke zurückgeben müsse. Den traurigen Höhepunkt erreichte der Familienstreit, als der Bruder Prof. Klaus Fischer seiner Schwester 1999 kündigte (Abmahnung). Margot Fischer-Weber: "Ich fragte ihn, "... bin ich deine Schwester oder deine Angestellte?" - "Meine Angestellte", war Klaus Fischer seine Antwort.
 

Die Sache ging vor Gericht. In der Prozessschrift heißt es: "Von der angeblichen Schwerbehinderung von Margot Fischer-Weber war dem Arbeitgeber (Artur Fischer u. Klaus Fischer) nichts bekannt ..., bekannt war nur, dass Margot Fischer-Weber seit der Geburt etwas schlecht hört ..." 

 

Für Margot Fischer-Weber ein Schlag ins Gesicht. "Meiner Mutter Rita Fischer war nur wichtig, dass ich lange Haare trage, damit die Leute das Hörgerät nicht sehen."

 

Kaum zu glauben das Vater Artur Fischer und Bruder Jörg Klaus Fischer nichts von ihrer Behinderung wussten. Hier mag die eigentliche Ursache des unsäglichen Streits liegen. Schämt sich der Vater Prof. Artur Fischer für seine behinderte Tochter? Vor Gericht kam es zu einem Vergleich. " Ich bekam 130.000,00 DM Abfindung." Ein Almosen gemessen an dem, was ihr hätte als Erbe zustehen können. Heute lebt sie von Erwerbsunfähigkeitsrente und Erlösen aus dem Verkauf eines Mietshauses. Margot Fischer-Weber ist verwitwet, ihr Mann starb 1995 im Alter von nur 47 Jahren. Die Ehe blieb kinderlos. Ihre Wohnung ist 120 Kilometer vom Elternhaus entfernt.  

 

"Mit meiner Familie habe ich seit sieben Jahren keinen Kontakt mehr. Mir gehts sehr schlecht. Meine Eltern rufen mich nicht mal zu meinem Geburtstag an. Auch mein Bruder Jörg Klaus Fischer meldet sich nicht. Aber ich will mit denen auch nichts mehr zu tun haben." Was für ein Bild wirft das auf den hoch angesehenen Prof. Artur Fischer? Den Mann, der sich als Sohn eines Schneiders in Waldachtal zu einem der weltweit angesehensten Unternehmer hocharbeitete. 1949 erfand der gelernte Bauschlosser ein Blitzgerät für Fotoapparate mit synchroner Auslösung.  

 

Seine berühmteste Erfindung ist aber bis heute der Fischer Dübel. Sieben Millionen Stück produzieren die Fischerwerke jeden Tag. Weltweit ist die Artur Fischer GmbH & Co. KG in 19 Ländern aktiv, hat einen Jahresumsatz von 450 Millionen Euro. Artur Fischer sein Privatvermögen wird auf 250 Millionen Euro geschätzt. Der Unternehmer schweigt zu den Vorwürfen. "Wir kommentieren den Sachverhalt nicht", sagte Firmensprecherin Beate Rzadtki zu REVUE. Wohl auch aus juristischen Gründen. Margot Fischer-Weber hingegen äußert sich um so heftiger. Auf ihrer Internetseite  fischerfratze sind Karikaturen zu sehen, die Bruder und Vater Artur Fischer als Haie und unbarmherzige Arbeitgeber darstellen. 

 

Der Prof. Artur Fischer und Klaus Fischer fühlen sich verunglimpft und klagten. Der Streit beschäftigt die Gerichte jetzt schon in zweiter Instanz. Wie auch immer der Fall ausgeht - das Image des Dübel Erfinders Artur Fischer ist angeschlagen. Oder gibt es doch noch Hoffnung auf Versöhnung?