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Die Beurkundung des Erb- und Pflichtteilsverzichtvertrages:

Ich war bereits 19 Jahre alt, als meine Mutter Rita Fischer mit mir zum HNO Arzt gegangen war. Der Arzt war sehr aufgebracht und wütend, weil es für jede Behandlung zu spät war. Ich hatte jedoch in all den Jahren zuvor sehr gut gelernt vom Mund abzulesen.

Nun endlich bekam ich mein erstes Hörgerät. Ich habe geweint vor Freude,  denn ich hatte zum ersten mal einen Vogel singen gehört. Und es vergingen viele weitere Jahre, bevor ich meinen Führerschein machen konnte.

Bei Menschen mit Hörbehinderung ist es wichtig, dass ihnen eine Vertrauensperson zur Seite steht. Die Gebärdensprache beherrsche ich nicht. Beim "Mundablesen", werden nur 30% abgelesen und 70% erraten, deshalb führt es häufig zu Missverständnissen. Gehörlosen-Bund e.V. Viele Hörbehinderte nicken auf Fragen oft vorschnell zu, um zu überspielen, dass man nicht wirklich verstanden hat, was gesagt wurde."

Aufgrund meiner Schwerhörigkeit erledigte mein Vater Artur Fischer alle geschäftlichen Angelegenheiten für mich. Mein Vertrauen und meine Abhängigkeit zu meinen Vater und meiner Familie war grenzenlos.

Mein Vater bestellte mich dann im Dezember 1984 zu einem Notar Herr Bünger, den er kannte. Im Notariat war noch der Rechtsanwalt von meinem Vater, Herr Honold, der 2008 verstorben ist.

Ich hatte weder vor, noch während der Beurkundung einen Rechtsbeistand!

Ein Vertrag war schon ausgearbeitet. Damals wusste ich überhaupt nicht was ein Erb- u. Pflichtteilsverzichtvertrag ist, dass erfuhr ich erst viele Jahre später. Meine Hörbehinderung wurde im Vertrag nicht festgehalten.

Warum hatte der beurkundende Notar meine Hörbehinderung nicht bemerkt? Wenn er sich mit mir unterhalten hätte, so wäre ihm meine undeutliche, für schwerhörige Menschen - typische Aussprache aufgefallen.

Ich muss eingestehen, dass ich mich früher nicht um meine finanziellen Dinge oder um Verträge gekümmert habe. Ich habe "blind" vertraut. Natürlich setzte ich vorraus, dass ich meiner Familie vertrauen kann. Ich habe alles unterschrieben, weil ich dachte, es wird schon richtig sein.

Der Erbvertrag enthält Lebensversicherungen und nach dem Tod meines Vaters Artur Fischer, bekomme ich eine Rente nach einer Besoldungsgruppe.

Der Erb- und Pflichtteisverzichtvertrag:



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Nach diesem Erb- und Pflichtteilsverzichtvertrag wandte sich meine Familie zunehmend von mir ab. Es ging soweit, dass ich 1999 eine Änderungskündigung bekam und die Fischerwerke, im Alter mit 50 Jahren und einer Schwerbehinderung verlassen musste.

Rausgemobbt aus den Fischerwerken GmbH & Co. KG und auf staatliche Hilfe angewiesen - so habe ich die Fischerwerke bzw. mein Vater Artur Fischer und mein Bruder Klaus Fischer erlebt.